Was du von Faultieren für dein Studium lernen kannst

Kategorie: Studentenleben

Studentenleben, ausschlafen, eine Vorlesung pro Woche: Es gibt viele Vorurteile gegenüber denjenigen, die nach der Schule noch nicht genug gelernt haben und sich in einer Hochschule einschreiben. Du als Student wirst allerdings spätestens nach dem ersten Semester wissen, dass es sich tatsächlich um Vorurteile handelt, die mit dem echten Studentenalltag so viel zu tun haben, wie ein Eisberg mit einer Düne.

Der erste Studentenjob will gesucht und gefunden werden. Die erste eigene Wohnung oder das WG-Zimmer putzt sich auch nicht von selbst. Und auch das Essen muss nicht nur erst mühsam herangeschafft, sondern auch noch gekocht werden. Wer dabei noch erfolgreich das schwierige erste Semester meistert, weiß in den Semesterferien, was er geleistet hat. Und meistens warten genau dann noch die paar Hausarbeiten, die du vor dir hergeschoben hast. 

Ein Studentenalltag erfordert also nicht nur eine ganze Menge Selbstdisziplin, sondern auch das richtige Zeitmanagement und einen langen Atem, um nach dem ersten Sprung ins kalte Wasser nicht gleich wieder auftauchen zu müssen. Neben diesen ganzen positiven Eigenschaften ist es aber vor allem eins, das dir hilft: Eine entspannte Einstellung. Und wer könnte dir dabei besser helfen, als das nachweislich entspannteste Tier der Welt? Von daher: Weg mit dem Terminplaner und rauf auf die Couch. Lass dich inspirieren von den felligen Tierchen, die es auch heute noch schaffen, ohne Stress zu überleben.

1. Immer mit der Ruhe

Höher, schneller, weiter? Davon lassen sich die felligen Genossen mit der Schweinsnase nicht beeindrucken. Maximal 100 Meter am Tag werden zurückgelegt. Selbstverständlich nur mit langen Pausen dazwischen, in denen in irgendeinem Baum abgehangen wird. 70% ihrer Zeit werden so verbracht, wobei vor allem eins im Vordergrund steht: Schlafen. Sollten sie sich doch einmal in Bewegung setzen, geschieht das mit einer atemberaubenden Höchstgeschwindigkeit von 4,5 Metern pro Minute. Danach muss natürlich wieder eine Pause eingelegt werden.

Nein, das ist keine Aufforderung, ab jetzt im Hörsaal zu schlafen, um Energie zu sparen. Aber trotzdem lehren die Tierchen uns etwas: Ohne Pausen läuft nix (im wahrsten Sinne des Wortes). Für dich als Student heißt das: Schlaf dich aus. Ein Drittel des Lebens mit Schlafen zu verbringen hilft nämlich dabei, die anderen zwei Drittel sehr viel besser nutzen zu können.

2. Bloß keine Panik

Du hast die Frist für die Abgabe deiner Hausarbeit verpeilt? Morgen steht eine Klausur an und die wichtigsten Fragen sitzen nicht? Oder dein neuer Chef im Nebenjob macht Druck? Während du als Student direkt bemerkst, wie der Stress dich negativ beeinflusst, ist das bei Faultieren rein biologisch schlichtweg nicht möglich.

Die Nerven dieser Pelztiere sind von Natur aus gar nicht in der Lage so schnell zu reagieren, dass Stress entstehen könnte. Ein Faultier zu erschrecken ist von daher genauso unmöglich, wie einen Eisberg in der Sahara zu sichten. Falls die Nerven also mal wieder von quer nach schräg schießen und Kopfschmerzen verursachen: Erinnere dich daran, dass es Tiere gibt, die auch ohne dieses ganze Theater klarkommen.

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3. Faultiere und der berühmte kühle Kopf

Obwohl Faultiere zu den Säugetieren gehören, können sie wie Reptilien ihre Körpertemperatur nicht selbst regulieren. Das bedeutet, dass jeder Tag erstmal mit einem ausgiebigen Sonnenbad beginnt, um Energie zu tanken. Danach wird sich sehr, sehr langsam in den Schatten bewegt, um den Körper nicht zu überhitzen.

Interessant ist, dass diese Felltiere sehr genau wissen, was sie brauchen, um zu (über)leben. Im stressigen Studentenalltag geht dagegen dieser Fokus oft verloren. Menschen sind zwar nicht wechselwarm, trotzdem muss regelmäßig Energie getankt werden. Sei es in Form von Sport, von Ausflügen in die Heimat oder einfach in Form eines Abends mit Freunden. Und genauso können Studenten auch heiß laufen: Da hilft nur eine Abkühlung vom ganzen Stress, um keinen Motorschaden zu riskieren.

4. Free Hugs: Faultiere wissen, worauf es ankommt

Wenn irgendetwas mit Faultieren verbunden wird, dann ist es ihre Angewohnheit, alles und jeden zu umarmen. Direkt nach der Geburt kuscheln sich Faultierjunge an ihre Mutter und lassen sie ihr gesamtes erstes Lebensjahr nicht los.

Das ist jetzt keine Aufforderung, deinen Professor in eine Monsterumarmung zu schließen, bis er dich durch die Prüfung lässt. Aber das Prinzip hat trotzdem zwei Möglichkeiten, die du als Student anwenden kannst. Erstens: Freunde bleiben Freunde. Lass sie nicht gehen, nur weil du vielleicht ein paar hundert Kilometer weit weggezogen bist. Und zweitens: Dranbleiben! Wenn ein kleines Faultier es schafft, sich ein Jahr lang festzuklammern, schaffst du es auch durch die nächste Prüfungsphase!

5. Schlafen statt streiten

Ja, manchmal nervt der neue Chef. Oder die Kommilitonen. Oder der Professor. Oder einfach alles. Da muss einfach mal was auf den Tisch, damit es wieder rund läuft. Faultiere sind in dieser Hinsicht sehr…entspannt. Sie streiten sich mit einer ganz einfachen Taktik: Sieger ist, wer am längsten wach bleibt.

Wenn du dich also wieder über etwas geärgert hast, deine Klausur ungerecht bewertet wurde oder der WG-Segen schief hängt: Erstmal drüber schlafen. Mit dieser Einstellung lassen sich die meisten Probleme oft viel besser lösen.

6. Faultier-Grundregel: Behalte den Überblick

Seien wir ehrlich, Faultiere erklimmen nicht wagemutig den höchsten Aussichtspunkt und lassen sich von dort aus den Wind um die Nase wehen. Das entspräche auch gar nicht ihrer ausgesprochen entspannten Einstellung. Stattdessen drehen sie einfach ihren Kopf um erstaunliche 270 Grad aufgrund einer speziellen Wirbelstellung. So haben sie ihr Umfeld auch ohne viel Anstrengung bestens im Blick.

Das solltest du nun allerdings nicht direkt nachmachen, sonst ist eher die Notaufnahme statt des Hörsaals deine nächste Anlaufstelle. Aber das Prinzip hat es in sich: Wie wäre es, nicht direkt mit den schnellsten vorneweg zu rennen, sondern erstmal in Ruhe die Lage zu sondieren? Dann kannst du immer noch die Erfolgsleiter hochklettern. Oder es auch lassen.

7. Tarnung ist die beste Verteidigung – auch für Studenten?

Vor Fressfeinden wegrennen? Viel zu anstrengend für Faultiere. Und so machen sie aus der Not eine Tugend: Faultiere in freier Wildbahn haben ein fast grünes Fell, weil darin Insekten und Algen wohnen. So sehen sie nicht nur aus wie Bäume, sie riechen auch so. Bei ihren langsamen Bewegungen muss man schon sehr genau hinsehen, um eins zu entdecken.

Was hilft dir das als Student? Hast du schon mal vom Prinzip „Sicheres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit“ gehört? Natürlich sollte das edle Ziel immer sein, den Prüfungsstoff auch tatsächlich verstanden zu haben. Falls das aber mal nicht funktioniert hat, hilft zumindest in mündlichen Prüfungen und Referaten das selbstbewusste Auftreten. Die Tarnung eines ahnungslosen Studenten.

Hinweis: Unsere Artikel richten sich an alle Geschlechter. Für eine leichtere Lesbarkeit verwenden wir jedoch das generische Maskulinum. Deine stellenwerk Redaktion.


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Über die Autorin: Sofia Nelles ist waschechte Digital Native und Masterstudentin an der HAW Hamburg. Sie ist begeistert von fertigen To-Do-Listen, gutem Wetter in Hamburg und Out-of-the-Box Ideen.