Im Assessment Center überzeugen – Diese 7 Übungen erwarten dich im Assessment Center

Kategorie: Vorstellungsgespräch

Ob bei der Bewerbung für einen begehrten Studienplatz, beim Auswahlverfahren für eine Trainee-Stelle oder beim Kampf um einen hervorragenden Absolventenjob: Immer mehr Unternehmen nutzen die Möglichkeit eines Assessment Centers, um ihre Kandidaten auf Herz und Nieren zu prüfen. Was für die Unternehmen ein Vorteil ist, bedeutet für dich auf der Bewerberseite natürlich puren Stress. Denn Übungen in einem Assessment Center haben es in sich.

Die gute Nachricht an dieser Stelle lautet: Auch wenn die Aufgaben und Übungen in einem Assessment Center nicht gerade zu der Weichspüler-Variante gehören, müssen da schließlich alle Kandidaten durch. Der einzige Vorteil, den du mitbringen kannst, ist eine gründliche Vorbereitung. Wenn du weißt, was dich als Bewerber erwartet, lässt der Stress nach und du reagierst in schwierigen Situationen nicht aus dem Effekt heraus, sondern überlegt und fachkompetent. Genau darum geht es. Mach dich also vertraut mit den sieben häufigsten Übungen in einem Assessment Center. So hast du die beste Chance, das Unternehmen oder die Uni deiner Wahl zu überzeugen.

Assessment Center: Was hat es damit auf sich?

Bevor du dich jetzt auf die einzelnen Übungen und Aufgaben vorbereitest, lohnt es sich, kurz zu überlegen, wofür ein Assessment Center eigentlich da ist. Nur so kannst du deine Taktik bei den einzelnen Übungen am großen Ziel ausrichten und die Assessoren (Prüfer) auf ganzer Linie von dir überzeugen.

Ein Assessment Center (auch AC) wird von Unternehmen nicht nur zur Personalauswahl eingesetzt, sondern auch bei der Personalentwicklung in Betracht gezogen. Es handelt sich dabei um ein komplexes Auswahl- und Beurteilungssystem. So können Stärken und Eigenschaften von Bewerbern gründlicher eingeschätzt werden als beim einfachen Vorstellungsgespräch. Dieses Vorgehen ermöglicht es daher, eine Position zielgenau mit der Person zu besetzen, die genau den richtigen Mix aus Stärken und Schwächen mitbringt.

Wie erfährst du, ob dich nach deiner Bewerbung ein Assessment Center erwartet? Tatsächlich sind Unternehmen und Hochschulen nicht verpflichtet, genau diesen Begriff zu verwenden. Achte daher in Stellenausschreibungen auf die folgenden Schlagwörter, um zu erfahren, ob du dich auf ein AC vorbereiten solltest:

  • Bewerbertag
  • Auswahlseminar
  • Auswahlverfahren
  • Bewerbertest

Falls du eines dieser Schlagworte entdeckst, erwartet dich nicht nur ein simples Vorstellungsgespräch, sondern ein komplexes Verfahren. Die folgenden sieben Übungen geben dir einen kleinen Einblick. Allerdings lohnen sich auch weitere Online-Übungen und vor allem Recherche über besondere Anforderungen des einzelnen Unternehmens.

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#1 Selbstpräsentation: Deine persönliche Motivation

Bei dieser Übung handelt es sich um eine Einzelaufgabe, die du bereits zuhause vorbereiten solltest. Vor der Gruppe präsentierst du deinen Werdegang und deine beruflichen Ziele, besonders im Hinblick auf den angestrebten Job. Die Assessoren beobachten dabei gezielt deine Rhetorik und Kommunikationsstärke. 

Außerdem lernst du so auch die Gruppe kennen und bekommst die Möglichkeit, deine individuelle Motivation herauszustellen. Der wichtigste Tipp für die Selbstpräsentation im Assessment Center lautet daher: Stell einen Bezug zum Unternehmen her. So bleibst du direkt zu Beginn im Kopf, was dir bei allen weiteren Aufgaben helfen wird.

#2 Themenpräsentation: Was hast du fachlich drauf?

Im Gegensatz zur Selbstpräsentation geht es bei der Themenpräsentation um eine bestimmte fachliche Frage. Diese Übung wird manchmal als Einzelaufgabe, oft aber auch als Gruppenaufgabe gestellt. Hier gilt es, in kurzer Zeit ein Thema so aufzubereiten, dass das Publikum die Inhalte versteht. Die Assessoren stellen dir dabei kritische Zwischenfragen und testen, wie gut du eine Stresspräsentation meistern kannst.

Präsentationsskills, Auffassungsgabe und Medienkompetenz sind die Fähigkeiten, die du bei dieser Übung im Assessment Center unter Beweis stellen musst. Ein wichtiger Tipp: Informiere dich vorab gründlich über die Branche und das Unternehmen. So kannst du das Thema einfacher aufbereiten und dich voll auf die Präsentationstechnik konzentrieren.

#3 Postkorbübung: Aufgaben unter Stress meistern

Diese Übung ist oft die meist gefürchtetste in einem Assessment Center. Dein „Postkorb“ wird innerhalb kurzer Zeit mit Aufgaben geflutet: Eine Kollegin ist krank und du musst Ersatz finden. Ein wichtiger Kunde beschwert sich. Dein Chef muss plötzlich eine Dienstreise antreten. Und außerdem hast du völlig vergessen, dass am Wochenende die Hochzeit eines guten Freundes ansteht. 

Jetzt geht es darum, deine Stressresistenz, dein Organisationstalent und deine Entscheidungsfähigkeit auf die Probe zu stellen. Bist du in der Lage, Aufgaben zu delegieren? Ändert sich deine Arbeitsqualität unter Stress? Wie gehst du mit Störfaktoren um? Es lohnt sich, diese Aufgabe in der Vorbereitung online zu üben. So bringt dich nichts mehr aus der Ruhe!

#4 Gruppendiskussion: Heb dich ab!

Die Assessoren wollen nicht nur deine Arbeitsfähigkeiten auf die Probe stellen, sondern auch persönliche Einstellungen und Sozialkompetenzen in Erfahrung bringen. Eine wichtige Methode ist daher die Diskussion in der Gruppe bezüglich eines heißen Eisens. Bleibst du sachlich, auch wenn dein Gegenüber provoziert? Kannst du rhetorisch überzeugen und dich von einer Sache begeistern?

Ein weiterer Tipp vor einem Tag im Assessment Center ist daher auch, dich über das aktuelle Tagesgeschehen zu informieren. Sonst kann es schnell passieren, dass du in der Gruppendiskussion den stillen Part übernimmst.

#5 Rollenspiel: Welcher Bewerber kann überzeugen?

Ob Mitarbeitergespräch, Beschwerdegespräch oder Verkaufsgespräch beim Kunden: Ein Job führt immer wieder in herausfordernde Situationen, die nur mit menschlichem Feingefühl zu lösen sind. Allein aus deiner Bewerbung können Personaler nur schwierig schließen, ob du in der Lage bist, auch in diesen Situationen zu bestehen.

Das Rollenspiel im Assessment Center dagegen testet genau diese Fähigkeit. So sitzen zwei Assessoren als Kunden vor dir und beschweren sich. Oder fangen einen Streit an. Egal, um was es geht: Deine Führungsqualitäten, deine Konflikt- und Entscheidungsfähigkeit und dein Feingefühl werden hier unter die Lupe genommen. Eine Trockenübung zuhause mit Freunden oder Familie hilft dir dabei, solche Situationen im Assessment Center geschickt zu meistern.

#6 Fallstudie: Tipps zur Lösung eines Problems

Unternehmen wünschen sich Kandidaten, in deren Bewerbung ein klarer Mehrwert für das Unternehmen zu erkennen ist. Dieser Mehrwert zeigt sich besonders darin, dass innovative Ideen für ein konkretes Problem umgesetzt werden können. Genau das wird im Assessment Center geprüft, indem du die Ergebnisse einer Fallstudie bekommst und darauf konkrete Handlungsanleitungen für ein bestimmtes Problem erstellen sollst.

Hierfür ist Fachkompetenz erforderlich, um detailgetreu Lösungen zu entwickeln, die ein Problem nicht nur verlagern. Diese Aufgabe birgt daher auch großes Potenzial: Überzeugst du an dieser Stelle im Assessment Center, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass du als hervorragende Option im Kopf bleibst.

#7 Interview: Das klassische Vorstellungsgespräch

Die Assessoren nutzen auch die Chance, einzeln mit den Bewerbern zu sprechen, um sich ein individuelles Bild zu machen, das über die reine Bewerbung hinaus geht. Dieses Interview ähnelt sehr dem klassischen Vorstellungsgespräch. Bereite dich daher darauf vor, mit Fragen zu deinen Stärken und Schwächen und anderen Stressfragen konfrontiert zu werden. 

Ein Interview im Assessment Center ist meistens eine herausfordernde Variante des Bewerbungsgespräches: Hier gilt es, zu überzeugen, auch wenn deine Interviewpartner vielleicht mal ganz dämliche Fragen stellen. Deine Schlagfertigkeit und Offenheit sind das, was zählt und dich weiterbringt.

 

Hinweis: Unsere Artikel richten sich an alle Geschlechter. Für eine leichtere Lesbarkeit verwenden wir jedoch das generische Maskulinum. Deine stellenwerk-Redaktion.


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Über die Autorin: Sofia Nelles ist waschechte Digital Native und Masterstudentin an der HAW Hamburg. Sie ist begeistert von fertigen To-Do-Listen, gutem Wetter in Hamburg und Out-of-the-Box Ideen.